Tatort

Ruhrpott

Fotoprojekt | Tatorte im Ruhrgebiet
Über das Fotoprojekt

Tatort Ruhrpott blickt auf die dunklen Seiten der Millionenmetropole im Westen von Deutschland. Auf Verbrechen, Katastrophen und Tragödien die in Erinnerung geblieben sind. Dabei stehen die Taten weniger im Fokus, als vielmehr die Orte an denen diese geschehen sind.

Tatort Ruhrpott wurde über das komplette Jahr 2021 hinweg entwickelt, sodass die Tatorte jahreszeitlich passen, auch wenn die eigentlichen Taten bereits über Jahrzehnte zurückliegen.

Tatort Ruhrpott dokumentiert die Tat als kurze Zusammenfassung, möchte diese aber weder im Detail beschreiben, noch den Tätern eine Plattform bieten. Im Vordergrund steht einzig und allein der Ort der Tat.

Steuerung

Tatort Ruhrpott kann per Scrollrad der Computermaus oder mit der Hoch- und Runter-Taste der Tastatur gesteuert werden. Auf mobilen Geräten kann durch das Wischen die Seite geändert werden. Zudem befindet sich in der rechten oberen Ecke das Menü, welches zur Steuerung verwendet werden kann.

Flugzeugabsturz in den Ruhrauen
Essen | 8. Februar 1988

Gegen 8 Uhr wird ein Flugzeug des Typs Fairchild Swearingen Metro zwischen Mülheim-Menden und Essen-Kettwig von einem Blitz getroffen, zerbricht in der Luft und zerschellt anschließend auf einem Feld in den Ruhrauen.

Bei dem Absturz wurden alle 19 Passagiere und die beiden Besatzungsmitglieder getötet.

Grubenunglück auf Zeche Grimberg
Bergkamen | 20. Februar 1946

Das Grubenunglück auf der Zeche Grimberg gilt bis heute als das schwerste in ganz Deutschland. Aufgrund einer Explosion in ca. 900m Tiefe, kommen 405 Bergleute ums Leben. Die Druckwelle zerstört sogar an der Oberfläche große Teile der Fördereinrichtung. Nur 64 Bergleute der 466 Mann starken Frühschicht können gerettet werden.

2003 wurden die letzten Anlagen abgerissen.

Doppelmord in Herne
Herne | 9. März 2017

Nachdem der Täter einen neunjährigen Nachbarsjungen getötet hatte, fand er auf der Flucht, Zuflucht bei einem 22-jährigen Bekannten, den er ebenfalls, wie das Opfer zuvor, mit mehreren Messerstichen tötete. Am Abend des 9. März 2017 stellt sich der Täter der Polizei.

Der Täter wurde nach Erwachsenenstrafrecht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen zweifachen Mordes verurteilt.

Mordfall Helmut Daube
Gladbeck | 23. März 1928

Am frühen Morgen ist der 19-jähriger Abiturient und Sohn des Rektors nach einer Feier auf dem Weg nach Hause, als man ihm mit einem Messer den Hals durchtrennt und ihm anschließend seine Genitalien abschneidet. Letztere wurden am Tatort nicht gefunden.

Ein Täter konnte bis heute nie eindeutig ermittelt werden.

Germanwings Unglück
Haltern am See | 24. März 2015

Am 17. März 2015 starten 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums zu einem Schüleraustausch nach Spanien. Sie werden nicht mehr wiederkommen. Auf dem Rückweg nach Düsseldorf wird der Airbus A320 in den Provenzalischen Alpen abstürzen. 144 Passagiere und 6 Crewmitglieder sterben.

Die französische Untersuchungsbehörde BEA kam zu dem Ergebnis, dass der Absturz durch den Copiloten erzwungen worden sei.

Ölkönig von Wanne
Herne | 3. April 1985

Der Ölkönig von Wanne begann seine Karriere als Kohlenhändler in Wanne-Eickel und gründete 1956 die Tankstellenkette Goldin. Seine Tankstellen sind immer ein wenig günstiger als die Konkurrenz. Dies gelingt, indem Millionen Liter Sprit am Zoll vorbeigeschmuggelt und mit fingierten Belegen vor dem Finanzamt verschleiert werden. Dies war bis dato der größte Steuerschaden der deutschen Geschichte.

Am 3. April 1985 wird er wegen Steuerhinterziehung zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er stirbt 2004.

Anschlag auf den BVB
Dortmund | 11. April 2017

Am Abend des 11. April 2017 werden drei Sprengsätze mit Metallstiften neben dem Mannschaftsbus des BVB gezündet, als dieser gerade vom Mannschaftshotel zum Stadion fahren will. Bei der Explosion werden ein Spieler und ein Polizist verletzt. Die Sprengsätze sind zu hoch angebracht worden und verhindern so Schlimmeres.

Im November 2018 wird der Täter wegen 28-fachen Mordversuchs zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Mintarder Ruhrtalbrücke
Mülheim an der Ruhr | 5. Mai 1994

Im Mai 1994 wird eine zwölfjährige Schülerin aus Essen entführt und in einem dunklen Verlies unter der Autobahnbrücke gefangen gehalten. Durch einen Zufall entdeckt ein Arbeiter bei Routinekontrollen das Mädchen und befreit es. Traurige Berühmtheit erlangt die Brücke bereits kurz nach ihrer Fertigstellung wegen häufiger Suizide.

Die Brücke soll in naher Zukunft abgerissen und durch einen Neubau an selber Stelle ersetzt werden.

Der Feiertagsmörder
Essen | 27. Mai 1987

Der Täter überfällt zwischen 1987 und 1989 neun Frauen in Essen. Dies meistens an oder um Feiertage. Fünf der Opfer tötet er, vier weitere überlebten die Straftaten zum Teil schwer verletzt.
Am 27. Mai überfällt er kurz nach 23 Uhr an einem S-Bahnhof eine 46-jährige Frau, die er mit 48 Stichen tötet.

Er wird im September 1992 zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit gleichzeitiger Einweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt verurteilt.

Möllemann-Affäre
Marl | 5. Juni 2003

Am Mittag des 5. Juni 2003 springt der Politiker Jürgen Möllemann mit dem Fallschirm ab. Er öffnet nach der Freifallphase den Hauptschirm, trennt diesen dann aber wieder ab, den Reserveschirm öffnet er nicht. Er verstirbt an den schweren Aufprallverletzungen.
Antisemitismus-Vorwürfe, eine Faltblatt-Affäre, eine Schwarzgeld-Affäre, Parteiaustritt und die Aufhebung seiner Immunität gehen diesem Sprung voraus.

Bis heute ist nicht zweifelsfrei bewiesen ob es sich um einen Unfall oder um Suizid gehandelt hat.

Vermisstenfall Annette Lindemann
Marl | 25. Juni 2010

Am 2. Juni 2010 wird die ehem. Polizistin und vierfache Mutter Annette Lindemann das letzte Mal in Gelsenkirchen lebend gesehen. Ihr Mann, ebenfalls Polizist, meldet sie 5 Tage später als vermisst. Vermutlich am 3. Juni werden die verbrannten Matratzen aus dem Ehebett an einer Halde in Gelsenkirchen gefunden. Das vollständig ausgebrannte Auto wird am 25. Juni 2010 in einem Waldgebiet in Marl gefunden.

Von der Vermissten fehlt bis heute jede Spur.

Uni-Phantom
Bochum | 9. Juli 2002

Bei dem Uni-Phantom handelt es sich um einen Sexualstraftäter, der zuerst im Ennepe-Ruhr-Kreis und später in Bochum, vor allem im Bereich der Uni, bis zu 21 Sexualstraftaten begangen haben soll.
Am 9. Juli 2002, gegen 01:00 Uhr, geht eine 19-Jährige von der Arbeit nach Hause. Sie nimmt eine Abkürzung durch den Wald. Kurze Zeit später bemerkt sie eine Person hinter sich. Anschließend kommt es zu einer Vergewaltigung.

Trotz DNA Spuren konnte bis heute kein Täter ermittelt werden.

Mordfall Karen Oehme
Dülmen | 13. Juli 1983

Die 25-jährige Tierärztin Karen Oehme wird in der Nähe von Dülmen in einem Haferfeld tot aufgefunden. Die junge Frau wurde erwürgt, anschließend hatte sich der Täter an ihr vergangen.

Die Suche nach dem Täter dauert fast 20 Jahre, bis dieser durch einen DNA Abgleich überführt werden kann. Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Aufgrund weiterer Taten wurde er 2011 in Frankreich wegen Vergewaltigung und Mordes zu 22 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Loveparade-Unglück
Duisburg | 24. Juli 2010

Bei der 19. Loveparade kommen 21 Menschen ums Leben, mindestens 652 weitere werden zum Teil schwer verletzt. Über die östliche Hauptrampe im Zugangsbereich kommt es bei einem Gedränge, zu einer massiven Drucksituationen unter den Besuchern. Das Gelände war für die große Masse an Menschen nicht ausgelegt.

Das Strafverfahren wird im Mai 2020 ohne Urteil eingestellt.

Kannibale von Duisburg
Marl | 13. September 1966

Er ermordet zwischen 1955 und 1976 bis zu 14 Menschen, darunter hauptsächlich Frauen und junge Mädchen im gesamten Ruhrgebiet. Teilweise schneidet er Streifen von Fleisch aus seinen Opfern. Am 13. September 1966 erwürgt er eine junge Frau in einem Waldstück in Marl. Ihr Freund begeht Suizid, nachdem man ihn fälschlicherweise verdächtigte. Ihm werden weitere folgen, die ebenfalls zu Unrecht in Verdacht gerieten.

Der Kannibale von Duisburg wird 1982 zu neun Mal lebenslanger Haft verurteilt. Er stirbt 1991 in der JVA Rheinbach an einem Herzinfarkt.

Gladbecker Geiseldrama
Gladbeck | 16. August 1988

Am 16. August 1988 überfallen zwei Täter in einem Einkaufszentrum in Gladbeck eine Filiale der Deutschen Bank. Die Flucht der Beiden endet nach rund 54 Stunden und fordert zwei Opfer, die zuvor als Geiseln genommen worden waren.

Die beiden Täter werden am 22. März 1991 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Kirmesmörder
Velbert | 6. August 1965

In einem ehemaligen Luftschutzstollen bringt der Täter zwischen 1962 und 1966 vier Jungen im Alter zwischen 8 und 13 Jahren um, vergeht sich an ihnen und zerstückelt anschließend ihre Leichen mit einem Schlachtermesser.

Der Täter wird am 15. Dezember 1967 zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Er stirbt im April 1976 während einer Operation.

Moped-Mörder
Dinslaken | 17. Oktober 1954

In einem Waldgebiet zwischen Dinslaken und Kirchhellen lauert der Täter seinen Opfern auf, verfolgt sie mit seinem Moped und schlägt ihnen dabei mit einem Hammer auf den Hinterkopf, um sie anschließend zu vergewaltigen.
Am 17. Oktober 1954 ging er einen Schritt weiter und schoss von hinten einer 25-jährigen Frau in den Rücken und flüchtet direkt danach. Da nicht alle seiner vorherigen Taten zum Abschluss kamen, konnten die Opfer den Täter beschreiben.

Im Dezember 1955 begann der Mordprozess gegen ihn. Das Urteil lautete: lebenslänglich Zuchthaus, lebenslänglich Ehrverlust und lebenslängliche Sicherungsverwahrung.

Rhein-Ruhr-Ripper
Rheinberg | 22. Oktober 1996

Zwischen 1994 und 1998 ermordet der Rhein-Ruhr-Ripper mindestens vier Frauen. Diese platziert er immer an guteinsehbaren Orten.
Am 22. Oktober 1996 tötet er sein zweites Opfer. Die 34-jährige Frau hatte er am Hauptbahnhof in Essen mitgenommen und später in den Hinterkopf geschossen. Den stark verstümmelten Körper drapiert er auf einem Feldweg, den abgetrennten Kopf schmeißt er von einem Fähranleger in den Rhein.

Am 21. September 2000 wird er vom Duisburger Schwurgericht wegen vierfachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Die Aldi-Entführung
Herten | 29. November 1971

Ende November 1971 lauern zwei Täter dem Unternehmer und Gründer von Aldi Nord vor dem damaligen Konzernhauptsitz auf und entführen ihn. Die Entführung dauert 17 Tage und findet ihr Ende mit der Zahlung von sieben Millionen Mark Lösegeld.

Beide Täter werden einen knappen Monat später festgenommen und zu je achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Rund die Hälfte des Lösegelds wird nie gefunden.

„Tot sind wir erst,
wenn wir vergessen werden.“
Gewidmet den Opfern und deren Angehörigen.